Meditation - Ankommen in sich selbst
Ich erinnere mich noch genau an meine erste Meditation. Ich war sofort überwältigt von dem Raum der sich in bunten Farben plötzlich vor mir auftat. Ich war überwältigt von der Stille und der Ruhe, die mir die Möglichkeit offenbarte, meine Gedanken einfach abzustellen und mich dem unfassbaren Frieden in mir hinzugeben. Ich erinnere mich noch an dieses tiefe innere Glücksempfinden und das Staunen vollkommen bei mir, mit mir und in mir präsent sein zu können. Ich erinnere mich noch genau daran, dass mein erster Gedanken nach meiner ersten Mediation war „Wieso hat mir diesen Raum keiner mit 18 Jahren gezeigt?“ Es fühlte sich an als habe ich einen Schatz gefunden, der mich fortan begleiten wird. Es ist nicht einfach nur Ruhe in dem Sinne, dass keine äußere Geräuschkulisse mehr auf mich einwirkt. Vielmehr bekommt die Stille in mir ihr Eigenleben. Es ist ein Zustand, den ich am ehesten mit tiefer ruhender Zufriedenheit beschreiben kann. Es eröffnet sich mir ein Raum, in dem ich als Person zurücktreten und dem Wunder der reinen Wahrnehmung und Präsenz einfach zuschauen und in ihr friedlich aufgehen darf. Alles wird weiter in mir, es ist, als würde die Welt still stehen. In diesem Still-Stehen liegt das ganze Geschenk, die Offenbarung des Moments. Als ich mich tiefer und tiefer auf meine Meditationspraxis einließ, stellte sich nach und nach ein Gefühl von Angekommensein und tiefem Vertrauen ein. Ich begann das Leben immer öfter anzunehmen, so wie es sich im Moment zeigte auch wenn das zu Beginn ungewohnt war. Ich hörte auf zu hinterfragen und zu beurteilen. Ich nahm es wie es sich mir zeigte mit allen Gefühlen an ohne diese Gefühle zu bewerten oder zu kategorisieren. Ich begann mich und das was sich mir im Leben fortan zeigte zu beobachten. Damit endete für mich ganz plötzlich die ständige Suche nach Mehr, das Streben hörte auf. Ich erkenne langsam, Meditation bedeutet in mir selbst anzukommen. Seit ich das erste mal meditiert habe gibt es keinen Tag mehr für mich ohne diesen Raum der Stille in Dankbarkeit zu betreten.